Vaterliebe?! – so etwas kenne ich nicht!

Der Verflixte Alltag hat gerufen! Wiebke macht jeden Monat eine Linkparty und im Februar geht es um Vater-/Mutterliebe.

Vaterliebe.
Eine starke Verbindung zwischen Kind und Vater.
Es ist ein Band, dass erst durch die gemeinsame Zeit und das gemeinsam Erlebte wächst. Dabei geht es nicht nur um einen gemeinsamen Angelausflug, sondern um mehr. Um für einander da sein, wenn der Andere gebraucht wird, um streiten, weinen und lachen. Für mich bedeutet das, einander blind vertrauen zu können.

Ich kenne dieses Phänomen aus Sicht des Sohnes nicht. Mein Papa hat meine Mutter verlassen, da war ich 1 Jahr alt und seitdem sahen wir uns meist nur zu Geburtstagen oder anderen Feierlichkeiten und da war dann nie Platz für andere Gefühle außer Freude. Erst der Tod meiner Oma vor einigen Jahren brachte häufigeren Kontakt und mittlerweile schreiben und telefonieren wir regelmäßig.

Einige Jahre nach der Trennung von meinem Vater lernte meine Mutter meinen Stiefvater kennen. Wir hatten unsere schwierigen Zeiten, aber trotzdem war und ist er doch so etwas wie ein Papa für mich. Immerhin habe ich typische Vater-Sohn-Erinnerungen, wie zum Beispiel Fußball spielen, Angeln oder ein Loch in eine Wand bohren. Dennoch konnte ich mich ihm nie ganz anvertrauen und so blieb ich meist mit meinen Gefühlen alleine, was jetzt ein Problem wird.

Beide sind meine Papas und das wissen sie. Jedoch spüre ich nicht dieses Band, was meiner Meinung nach ein Kind zu seinem Vater und umgekehrt haben sollte und das macht mich etwas traurig, aber zeigt mir, was ich für meiner Tochter und mich möchte.

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Doch wie ist es bei mir und meiner Tochter?

Vor der Geburt fiel es mir schwer, eine Verbindung zur Kleinen aufzubauen. Ich konnte ja nur ein paar Tritte spüren und ihren Puls hören.
Mit der Geburt änderte es sich nur bedingt
da man gerade am Anfang doch recht wenig „zurück bekommt“
Mittlerweile ist das Möwenbaby aber fast 7 Monate alt. Wir haben sogar 2-3 eigene Rituale und Spielchen, die nur wir beide machen und das finde ich klasse.
Ich möchte, dass wir ein starkes Band zueinander aufbauen und mich ihr auch auf der Gefühlsebene öffnen. Dazu reicht es eben nicht, immer für gute Laune zu sorgen, sondern auch Trauer und Wut nach außen zu tragen, ihr diese Gefühle und die Ursachen zu erklären.
Dass sie mit Vaterliebe aufwächst, ist mir wichtig und ich hoffe, dass ich mich diesbezüglich nicht zu dumm anstellen werde.

About Florian

Florian, 25 Jahre jung und Vater des Möwenbabys. Zusammen mit der Möwenmama versucht er, den Alltag mit Studium und Kind nicht ins Chaos stürzen zu lassen.

1 comment on “Vaterliebe?! – so etwas kenne ich nicht!

  1. Auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen, Mutter- bzw. Vaterliebe aus der "Betroffenensicht" zu beschreiben. Sehr spannend, auch wenn es schade ist, dass Du als Kind dieses Band nicht aufbauen konntest. Aber ich bin sicher, dass es Dir als Vater gelingen wird!
    LG Wiebke

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