Nachgedacht über eine Kleinigkeit

In 1,5 Monaten hat das Möwenbaby Geburtstag. Ein Geschenk wird eine Puppe sein. Zur üblichen Puppenausrüstung gehört auch eine Flasche und da liegt der Klappstuhl begraben. Warum ist es denn eine Flasche? Wieso wird den Kindern nicht gesagt, dass Babys mit der Brust gefüttert werden sollten? Könnte dies ein Grund sein, dass heutzutage so wenige Frauen stillen? Weil sie es von klein auf so gelernt haben? Weil es so normal scheint? Oder wollen Eltern nicht, dass ihr Kind die Puppe an die eigene Brust hält?

Auf jeden Fall wissen wir nicht, ob wir der Kleinen eine Flasche für ihre Puppe kaufen werden. Immerhin haben wir für sie auch keine gebraucht. Da die ersten Jahre besonders prägen, möchten wir darüber nachdenken, welche Spielmaterialien wir ihr zur Verfügung stellen. Wie seht ihr das? Habt ihr schon einmal darüber nachgedacht? Und wenn ja, zu welchem Schluss seid ihr gekommen?

About Florian

Florian, 26 Jahre jung und Vater der Möwe und der kleinen Krabbe. Zusammen mit der Möwenmama versucht er, den Alltag mit Studium und Kind nicht ins Chaos stürzen zu lassen.

7 comments on “Nachgedacht über eine Kleinigkeit

  1. Ich bin Flaschenmama. Aber wieso jetzt eine Flasche zur Puppe bei euch muss versteh ich irgendwie trotzdem nicht. Gibt es keine Puppen ohne Flasche? Hab mich damit noch nicht befasst … hab für meine bald Einjährige ganz andere, eher die Motorik ansprechende Geschenke ins Auge gefasst.

    • Wenn du ein Kind darum bittest, dass es mal sein Püppchen füttern soll, was denkst du, was es tun wird? Stillen oder Flasche? Ich habe noch nie ein Kind gesehen, dass die Puppe an die Brust hält. Mit Flaschen gefütterte Puppen hingegen schon sehr oft. Warum ist das denn so? Es geht mir einfach darum, dass ich nicht möchte, dass sie Möwe es als selbstverständlich ansieht, dass ein Baby mit einer Flasche gefüttert wird.
      Und dass die Möwe schon zum ersten Geburtstag ein Püppchen bekommt, hat wohl eher symbolischen Charakter. Uns ist klar, dass sie damit noch recht wenig anfangen kann. Aber eine Puppe ist eines der wenigen Spielzeuge, das über Jahre hinweg bespielt wird. Deshalb darf das Püppchen die Möwe schon so früh begleiten. Steckkasten und Stapelturm werden trotzdem auf dem Geburtstagstisch stehen.

      • Ich würde mir da nicht so große Gedanken machen. Die Kinder sehen das ja auch bei anderen Müttern, dass Babys gestillt werden. Mein Sohn (2) der mit der Flasche gefüttert wurde stillt seine Puppe und kommentiert nackte Brüste mit „trinken“. In eine Flasche kann man halt was einfüllen und dann selbst daraus trinken während die Puppe „trinkt“. Ich glaube die Flasche der Puppe ist da nicht der triggernde Effekt.

      • Möchtest du jetzt eine Plastikbrust mitgeliefert bekommen? Wenn das Kind „Puppe trinkt“ spielen will, kannst du doch das anlegen zeigen bei dir, bei dem Kind … ganz wie du es willst. Und wenn es woanders auch noch eine Flasche sieht: es gibt eben noch andere Wege, die wirst du nicht ausblenden können, kannst sie nur erklären. Dein Kind kann sich dann ja selbst entscheiden wie es spielen will.

        • Ps: Dass die Darstellung Puppe mit Stillen öfter vertreten sein sollte – klar! Aber ist vielleicht etwas werbeproblematisch ein kleines Kind zu zeigen, dass sich eine Puppe an die noch „unschuldig“ zu sein habende Brust legt. Mir wäre das egal, aber die Werbung lässt da sicher lieber die Finger davon.

  2. Ja! Genau diesen Gedankengang hatte ich auch schon! Flasche ist ebenso Standard wie Brei und Nuckel – seit meiner Kindheit waren das feste Bilder für mich und erst nach 28 Lebebsjahren habe ich mich während meiner Schwangerschaft damit auseinander gesetzt und das in Frage gestellt. Ich kann mich an keine Gelegenheit aus meiner Kindheit erinnern, bei der ich mal eine stillende Mutter gesehen hätte. Deshalb freue ich mich jetzt immer, wenn kleine Kinder mich beim Stillen sehen und dann ganz interessiert sind! Ich möchte gern Normalität vermitteln.
    Deshalb sage ich: keine Flasche für die Puppe! Wenn das Kind sich irgendwann eine wünscht, könnt ihr sie kaufen. Ich habe übrigens inzwischen im Internet öfter Bilder von Kindern gesehen, die ihre Puppen stillen und im Tragetuch tragen und so. Da entstehen ganz neue Bilder in dieser Generation und – so wie du selbst schreibst – in ganz jungem Alter fängt das an.

    Und: Ja, ein Jahr ist etwas früh für eine Puppe, aber… Eigentlich auch nicht. Meine Tochter (anderthalb) spielt mit ihrer jetzt schon viel, lässt sie Bücher ansehen und lässt sie trinken – aus einen Becher oder meiner Brust! XD

  3. Ich halte die Flaschenfrage zum Thema Puppe für absolut akademisch. Wie diverse meiner Vorredner hier kann auch ich mich absolut nicht daran erinnern, dass in meiner Kindheit beim Puppen-Spielen mit der imaginären Brust gefüttert wurde. Ob nun Mädchen oder Jungs, Kinder geben der Puppe die Flasche, ohne davon später einen Brüste-Komplex zu kriegen oder was auch immer das Problem sein soll. Ich halte es eher für problematisch, das an-der-Brust Saugen im Spielerischen zu verankern. Wenn mal große und kleinere Kinder Familie-spielen und keine Puppe zur Hand ist, wollte ich als Eltern nicht, das die sich gegenseitig „anlegen“. Da wird mal schön die Flasche benutzt 😉

    Das Stillen kriegen Kinder ja trotzdem mit in ihrem Umfeld. Sie sehen es im öffentlichen Raum, wenn Mütter die Kleinsten mal schnell anlegen, sie sehen es im Freundes- und vielleicht im Verwandtenkreis, wenn Babys zu Besuch kommen…

    Und nochein ganz anderer Punkt: Eine Puppe schon für ein Einjähriges? Also in meinem Freundeskreis gibts ne Menge kleine Kinder (wir waren so ziemlich die letzten mit Nachwuchs) und da habe ich den Eindruck, im Alter von 1 sind eher abstrakte Spielsachen angesagt, die man stapeln, werfen, rollen, zusammenfügen oder sonstwie erkunden und erleben kann. Eine Puppe ist doch eher was für ältere. Ich meine, wer gerade erst dabei ist, zu begreifen, dass ein rundes Klötzchen nicht ins eckige Loch passt, der gibt doch auch noch kein Fläschchen oder?

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